Spielbericht

Sechs Gegentore in Halbzeit eins: Panther gewinnen Pflichtspielauftakt gegen TSV Lohr 38:20

21.09.2026
Münchner Panther gegen TSV Lohr, 1. Spieltag Regionalliga Männer 2026/27
Foto: © Romina Eggert

HG München-Fürstenfeldbruck gewinnt das erste Pflichtspiel der Spielgemeinschaft gegen den TSV Lohr mit 38:20. Die Geschichte des Nachmittags steht aber nicht im Ergebnis, sondern in der Abwehr.

Sechs Tore – mehr hat unsere Abwehr in der ersten Halbzeit nicht zugelassen.

Es gibt Spiele, die man wegen des Ergebnisses behält, und es gibt Spiele, die man wegen eines einzigen Zwischenstands behält. Der 20. September 2026 gehört in die zweite Kategorie.

Zur Halbzeit stand es 18:6 aus Sicht der Münchner Panther. Sechs Tore für den TSV Lohr in 30 Minuten. Richard „Richi“ Ostermeir, seit Jahrzehnten bei diesem Verein, sagt, er könne sich an kein einziges Panther-Spiel erinnern, in dem ein Gegner zur Halbzeit nur sechs Tore geworfen hat.

Eine volle Halle und eine Menge Anspannung

Der Pantherkäfig war voll. Die Wittelsbacher Halle in Fürstenfeldbruck hat in diesem Sommer viel über sich lesen müssen – über Spielgemeinschaft, über Neuanfang, über große Pläne. Am Sonntagnachmittag stand die Anspannung vor dem Anwurf spürbar im Raum. Über Monate wurde geredet. Ab 15:30 Uhr wurde endlich gespielt, und das war am Ende für alle im Haus die eigentliche Erleichterung.

Die Abwehr hat den Ton gesetzt

Die Panther sind extrem diszipliniert gestartet. Der Block stand geschlossen, die Abstimmung stimmte vom ersten Angriff an, und dahinter hat Daniel Drożdż im Tor gehalten, was zu halten war. Die Kombination aus beidem hat Lohr über eine halbe Stunde regelrecht die Luft genommen. Nach 30 Minuten waren es sechs Gegentore, dazu 18 eigene.

Bemerkenswert ist, wie sauber das passiert ist. In 60 Minuten kassierten die Panther eine einzige Zeitstrafe, Luca Hasekamp in der 55. Minute. Trainer Stefan Weidinger brauchte in der gesamten Partie eine einzige Auszeit. Wer so wenig Unterbrechung braucht, hat entweder Glück oder einen Plan, an den sich alle halten.

Neun Torschützen und eine Bank, die spielt

Vorne verteilte sich die Last auf neun verschiedene Werfer. Lucas Krzikalla war mit acht Treffern erfolgreichster Schütze und verwandelte dabei alle drei Siebenmeter. Kilian Weigl folgte mit sieben, Konrad Steinbrecher mit fünf. Alessandro Van De Maele, Valentin Clarius und Laurin Günther steuerten je vier bei, Luca Hasekamp drei, Jussi Hofmann zwei, Fritz Ferdinand Bitzel eines.

Münchner Panther im Sprungwurf vor voller Wittelsbacher Halle
Vor vollen Rängen im Pantherkäfig setzten die Panther früh Duftmarken.

Zur zweiten Halbzeit hat Weidinger konsequent durchgewechselt und die komplette Bank auf die Platte gebracht. Das Ergebnis: Auch die zweiten 30 Minuten gingen mit 20:14 an die Panther. Für einen ersten Pflichtspieltag ist das die wertvollere Information als der Endstand. Es hat nicht nur die Anfangsformation funktioniert.

Was der Gegner sagt

Der Lohrer Trainer hat nach dem Spiel offen eingeräumt, dass die Panther an diesem Tag ein anderes Kaliber waren, und dem Team viel Erfolg für die Saison gewünscht. Für seine Mannschaft, so seine Einschätzung, gehe es in dieser Spielzeit vor allem darum, unten den Anschluss zu halten. Beim TSV Lohr war Patrik Krisztian Dobos mit sechs Treffern bester Werfer, Maximilian Schmitt und Linus Dürr kamen auf je drei. Respekt an ein Team, das bis zum Schluss weitergespielt hat, obwohl der Nachmittag früh gelaufen war.

Die Einordnung

Und jetzt der Teil, der genauso dazugehört. Das war ein Spieltag von 26. Ein einzelner Nachmittag, zu Hause, gegen einen Gegner, der sich in dieser Saison andere Ziele setzt als wir. Aus einem solchen Ergebnis lässt sich kein Maßstab bauen, und niemand in dieser Halle hat vor, das zu tun.

Was dieser Sonntag zeigt, ist etwas anderes, und das ist mehr wert als das Torverhältnis: Die Mannschaft ist konzentriert in ihr erstes Pflichtspiel gegangen, hat den Plan über 60 Minuten durchgezogen, die Kaderbreite genutzt und hat sich dabei nichts geleistet. Das ist eine Grundlage. Eine Grundlage ist kein Ergebnis.

Diese Liga hat 14 Mannschaften und wird uns genug Abende zeigen, an denen es zäh wird. Genau deshalb nehmen wir von heute drei Dinge mit: die zwei Punkte, die Erkenntnis, dass die Abwehr trägt, und einen vollen Pantherkäfig.

Weiter geht es in Rimpar

Schon am kommenden Sonntag, 27. September, steht die erste Auswärtsfahrt an. Es geht zur SG DJK Rimpar II, Anwurf 16:00 Uhr, 298 Kilometer ab dem Pantherkäfig. Die erste von sieben Fahrten nach Franken in dieser Saison. Wer mitfährt, meldet sich in den Kommentaren auf Instagram.

Spielstatistik

HG München-Fürstenfeldbruck – TSV Lohr 38:20 (18:6)
Regionalliga Männer BHV, 1. Spieltag, So. 20.09.2026, 15:30 Uhr, Wittelsbacher Halle Fürstenfeldbruck

Panther: Huber, Drożdż (Tor), Krzikalla 8 (3/3), Weigl 7, Steinbrecher 5, Van De Maele 4, Clarius 4, Günther 4, Hasekamp 3, Hofmann 2, Bitzel 1, Notz, Ruhwandl, Ehrlinger, Boy-Nieder, Pichler

Lohr: Roschlau (Tor), Dobos 6 (3/4), Schmitt 3, Dürr 3, Sicheneder 2, Zehnter 2, Mill 1, Schwiederik 1, Ungemach 1, Rosta 1

Siebenmeter: 3/3 gegen 3/4 · Zeitstrafen: 1 gegen 3 · Auszeiten: 1 gegen 2 · Schiedsrichter: Peter Abel und Christian Herpolsheimer

Impressionen vom Spieltag

Fotografie: Romina Eggert

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